|
|
|||
Die starken Nagezähne, die unteren sind bis zu 3,5 cm lang, 8 mm breit und genauso stark, sind an der Spitze meißelartig zugeschliffen. Mit ihnen kann der Biber bis zu einen Meter starke Baumstämme fällen! Mit Hilfe dieser handwerklichen Fähigkeiten und einer äußerst differenzierten instinktiven Verhaltensweise ist er in der Lage, Bauwerke zu errichten, die nur mit den Leistungen menschlicher Ingenieure verglichen werden können. Der Biberdamm wird zuerst als ein Wall aus Schlamm und Steinen aufgeschüttet. Hier hinein werden Zweige gesteckt, die wieder mit Schlamm abgedeckt werden. Der Damm wird dann allmählich in gleicher Weise verbreitert und erhöht. Biberdämme sind ein bis anderthalb Meter hoch und bis zu 100 m lang. In Ausnahmefällen sind Dämme von 200 m Länge gemessen worden. In Gegenden mit einem geregelten Wasserstand ist ein Dammbau nicht notwendig. Hier verzichtet der Biber auf diese Bauwerke.
Die Temperatur in den
Biberburgen ist immer gemäßigter als die Außentemperatur. Auch bei Temperaturen
von über 30 °C herrscht innen ein angenehmes Klima von 18-20 °C. Im Winter bei
Frost von -20 °C schwankt die Temperatur im Bau von nur -3 °C bis +2 °C.
Der Körper des Bibers wird
bis zu 1 m lang. Hinzu kommt der Schwanz mit einer Länge von etwa 35 cm. Im
Durchschnitt werden die Tiere 18 kg schwer, einige erreichen jedoch mehr als 30
kg. Die Weibchen sind etwas schwerer als die Männchen. Das Fell ist hell- bis
dunkelbraun. Das Fell ist sehr dicht. Die Unterseite ist viel stärker behaart
als die Oberseite und schützt besonders gegen Unterkühlung. Der schwere,
beschuppte Schwanz hat die Gestalt einer Keule.
Die sehr kurzen Beine und
der spindelförmige Körper des Bibers sind hervorragend an das Wasserleben
angepaßt. Beim Tauchen werden die kürzeren Vorderbeine an den Körper
angepresst. Die mit Schwimmhäuten versehenen Hinterfüße stoßen mit kräftigen
Ruderbewegungen den Körper vorwärts. Der Schwanz liegt dabei ruhig. Er dient
als Höhenruder nur zur Richtungsänderung.
Beim Tauchen werden Nase
und Ohren geschlossen. Der Biber kann mit 15 Minuten Tauchzeit viel länger als
andere Säugetiere des Süßwassers tauchen (Fischotter, Bisamratte, Desmane). In
der Regel taucht er jedoch nur 2-3 Minuten. Im Winter ist er in der Lage, unter
dem Eis zu schwimmen.