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Bechstein-Fledermaus - Myotis bechsteinii

 

Diese Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii), eine seltene europäische Art unter den Glattnasen, zeigt sehr schön die Ausbildung der Flughaut, die zwischen der Vorder- und Hinterextremität und dem Schwanz ausgespannt ist.

 

Anders als bei den Flughunden besitzt der zweite Finger nie eine Kralle, entspringt das Ohr am Grunde nie als geschlossener Ring am Kopf, sondern Vorder- und Hinterrand des Ohres sind an der Basis voneinander getrennt. Oft entspringt in der so entstandenen Lücke eine längliche Ohrklappe (Tragus), die wohl der Verbesserung der Richtcharakteristik des hochempfindlichen Ohres dient. Denn die Fledermäuse sind zum Richtungshören befähigt. Haare und Haut werden mit dem öligen Sekret der Hautdrüsen eingefettet und elastisch gehalten. Auch finden sich an verschiedenen Körperstellen Duftdrüsen, deren Absonderungen für uns oft sehr unangenehm riechen, aber wohl im Dienst der Geschlechterfindung stehen.

 

Seit 1938 ist bekannt, daß sich Fledermäuse mit Hilfe eines ausgeklügelten Ultraschall-Echolots in der Dunkelheit orientieren. Mit diesem System wird die Umwelt durch Aussendung eigener Signale und Auswertung des zurückgeworfenen Echos abgetastet. Die Schallstöße werden im Kehlkopf erzeugt und durch die Nase oder das geöffnete Maul abgestrahlt. Da es sich um hochfrequente, für den Menschen (obere Hörgrenze etwa 16 000 Hz) unhörbare Ultraschall-Laute von 20 000 bis über 100 000 Hz handelt, lassen sich die Schallstrahlen gut bündeln (Richtstrahlerprinzip). Allerdings reichen hochfrequente Schallsignale wegen ihrer starken Absorption in Luft nicht sehr weit. Bei der Sendeleistung der Fledermäuse werden Reichweiten des Suchtones von 4-5 m erreicht, die zudem noch durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit u. a. verändert werden. Das zurückgeworfene Echo der Peiltöne gibt Auskunft über die Entfernung von Hindernissen, aber auch von fliegenden Insekten, den Beutetieren der Fledermäuse. Bei solchen beweglichen Zielen kommt noch ein Effekt hinzu, der nach seinem Entdecker Doppler-Effekt genannt wird: Schallwellen, deren Quelle sich auf den Hörer zubewegt, klingen höher als solche, die sich vom Hörer entfernen. Auch dieses Phänomen nutzen Fledermäuse zu ihrer Orientierung. Faszination erregt dabei die unvorstellbare Leistung des Fledermausgehirns, das eine so differenzierte Auswertung der in unglaublicher Geschwindigkeit eintreffenden Echosignale vornimmt und vor allem diese verhältnismäßig schwachen Echosignale aus einem Geräuschwirr herausfiltert. Störgeräusche können eine jagende Fledermaus kaum beeinträchtigen.

 

Bevor die Fledermäuse in den Winterschlaf verfallen, hat die Hochzeit stattgefunden, und die meisten Weibchen sind begattet worden. Die männlichen Samenzellen (Spermien) überdauern in der Gebärmutter den Winter, und erst im nächsten Frühjahr reifen die Eier und werden von den dann wieder aktivierten Spermien befruchtet. Die im Herbst nicht begatteten Weibchen können auch nach dem Winterschlaf noch befruchtet werden, wobei noch alles termingerecht ablaufen kann und die Jungen - nur jeweils eines (oder zwei) - im Juni geboren werden. Die normale Tragzeit mit wirklicher Embryonalentwicklung währt also je nach Art etwa 50-70 Tage.