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Obwohl der Maulwurf so verborgen lebt, ist er jedermann
bekannt: Die Maulwurfshügel lassen uns ahnen, wo er lebt. Bekommt man ihn dann
einmal zu Gesicht, so sind die riesigen Grabschaufeln sicher das Auffälligste
an seinem 15 cm langen Körper. Die Finger dieser Vorderextremitäten sind
miteinander verwachsen und enden in schaufelförmigen Krallen. Die Hände sind
rosig, und der ganze übrige Körper ist mit einem dichten, samtweichen Fell
bedeckt. Neben der bekannten schwarzen Form findet man seltener weiße, gelbe,
graue oder gescheckte Sippen. Der Kopf des Maulwurfs ist langgestreckt und
vorne zu einem richtigen Rüssel ausgezogen, mit dem er sich durch seine dunkle
Welt tastet und schnuppert.
Das Gehör ist besonders gut ausgebildet, obwohl keine
äußeren Ohrmuscheln bei ihm zu finden sind. Dagegen sind die Augen sehr klein
und schwach entwickelt.
Unter der Erde lebt der Maulwurf in einem weitverzweigten
Gangsystem. Die Nestkammer liegt im trockenen Gelände etwa einen halben Meter
unter der Erdoberfläche. Auf feuchten Wiesen findet man allerdings auch
sogenannte Sumpfburgen. Das sind über einen halben Meter hohe Erdhaufen, in
deren Innern das mit Laub und Gras ausgepolsterte Nest liegt.
Sandige Gegenden, in denen die Gänge immer wieder zugeschüttet
würden, sowie felsigen und allzu steinigen Boden meidet der Maulwurf ganz. Von
der Nestkammer gehen sternförmig verschiedene Lüftungsgänge ab. Häufig führt
ein besonderer Laufgang zum abseits gelegenen Jagdrevier. Es liegt dort, wo man
Maulwurfshügel in größerer Anzahl findet. Dicht unter der Erdoberfläche
verlaufen die Gänge, in denen der Maulwurf Jagd auf Regenwürmer, Insektenlarven
sowie Schnecken macht.
Der Maulwurf kann zwar schlecht sehen, hat aber einen
ausgezeichneten Erschütterungssinn, ein besonders gutes Gehör und einen feinen
Tastsinn. Eingedrungene Beutetiere kann er auch auf weitere Entfernung gut
lokalisieren und bald aufspüren und überwältigen. Manche Tiere dringen auch von
der Erdoberfläche in das Maulwurfsrevier ein. So werden vom Maulwurf auch
größere Tiere wie Blindschleichen, Mäuse, Kröten und Frösche verzehrt. Häufig
findet der Maulwurf auch schon bei seiner Wühlarbeit unter Wurzeln oder Gemäuer
Engerlinge oder andere Insektenlarven. Besonders junge Maulwürfe machen auch auf
der Erdoberfläche Jagd auf verschiedene Beutetiere. Der Maulwurf ist wie alle
Insektenfresser äußerst gefräßig. Täglich nimmt er etwa so viel Nahrung auf,
wie sein eigenes Körpergewicht beträgt. Dabei wiegen Männchen häufig mehr als
100 Gramm; Weibchen können über 30 Gramm leichter sein. Um laufend Nahrung zu
haben, legt der Maulwurf zuweilen Vorräte an Regenwürmern an, die er durch
einen Biss ins Vorderende gelähmt hat. Der Maulwurf hält keinen Winterschlaf.
Deshalb muss er sich das ganze Jahr über täglich mit Nahrung versorgen; denn
nach einem bis anderthalb Tagen ohne Fressen wäre er bereits verhungert.
Obschon der Maulwurf so verborgen lebt und andererseits
wegen seines Moschusgeruchs von den meisten Räubern verschmäht wird, hat er
doch einige Feinde. Wildschwein und Dachs graben ihn aus seinen unterirdischen
Gängen heraus, während der Bussard ihn beim Aufwerfen der Erdhügel schlägt.
Dort, wo der Storch jedoch noch vorkommt, ist er des Maulwurfs größter Feind.
In seinem unterirdischen Jagdrevier lebt der Maulwurf stets
als Einzelgänger. Nur im Frühjahr und Frühsommer treffen sich die Geschlechter
zur Paarung. Die Tragzeit ist nicht genau bekannt. Nach etwa 2 oder 3 Wochen
kommen meist 4 oder 5 nackte Junge zur Welt. Die Mutter säugt ihre Jungen etwa
4-6 Wochen. Nach etwa 3 Wochen haben sie ihre Augen geöffnet. Die ansonsten
ungesellige Maulwurfsmutter umsorgt während der ganzen Zeit ihre Kinder sehr
intensiv. Bei Gefahr werden die rosigen, für uns äußerst hässlich anzusehenden
Maulwurfskinder von ihr in eine andere Nestkammer getragen.