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Innerhalb der Schlangenarten tauchen immer wieder von der
normalen Färbung abweichende Individuen auf. so sind beide abgebildeten
Schlangen Kreuzottern (Vipera berus), bei denen man gelegentlich Schwärzlinge
findet, seltener auch Weißlinge oder Albinoten.
Die Kreuzotter ist die bekannteste Art aus der Gattung der
Vipern oder Echten Ottern (Viperus).
Bevorzugte Lebensräume bilden lichte Wälder, Heideflächen
und Moore.
Kreuzottern erreichen eine Länge um 60 cm; 80 cm lange Tiere
sind jedoch auch schon bekannt geworden. Die Kreuzotter tritt in einer ganzen
Anzahl von Farbvarietäten auf, die, systematisch gesehen, jedoch bedeutungslos
sind. So werden vollkommen schwarze Exemplare als »Höllenotter«, rotbraune
dagegen als »Kupferottern« bezeichnet. Normalerweise ist die Grundfärbung der
Kreuzotter ein dunkleres oder helleres Grau, das bei Weibchen einen bräunlichen
Einschlag aufweist. Über den gesamten Rücken zieht ein braunes bis fast
schwarzes Zickzackband, das jedoch mehr oder weniger stark unterbrochen sein kann.
Der Kopf der Kreuzottern ist hinten weniger stark verbreitet
als bei vielen anderen Arten der Familie Vipern; ihre Augen besitzen jedoch
ebenfalls eine schlitzförmige Pupille.
Kreuzottern überwintern in hohlen Baumstümpfen, Erdhöhlen oder
Felsspalten. Bereits Anfang März beenden sie jedoch ihren Winterschlaf.
Männchen treten dabei früher auf als Weibchen. In der ersten Zeit nehmen sie
keine Nahrung zu sich, sondern sonnen sich bei günstigem Wetter. Um eine
möglichst große Körperoberfläche den wärmenden Sonnenstrahlen auszusetzen,
flachen sie sich stark ab.
In der wärmeren Jahreszeit sind die Kreuzottern tags und
nachts aktiv. Die Hauptnahrung stellen Mäuse und andere Nagetiere dar; Frösche
und Eidechsen werden ebenfalls nicht verschmäht.
Wenn die Kreuzotter beim langsamen Umherkriechen auf ein
Beutetier stößt, hält sie in ihrer Bewegung sofort inne, hebt ihren Kopf - mit
S-förmiger Einkrümmung des Halses - und schlägt mit weit geöffnetem Maul sehr
schnell zu. Das Öffnen der Unterkiefer bewirkt über mehrere Knochen einen Druck
auf die giftzahntragenden, gelenkig verankerten Oberkiefer. Die in Ruhe nach
hinten gerichteten langen Giftzähne (die Schlange kann sich so nicht selbst
verletzen!) werden vorwärts bewegt und dabei aufgerichtet. Der Einschlag im
Beutetier erfolgt sehr schnell und kurz. Dieses flüchtet sofort, erlahmt aber -
je nach injizierter Giftmenge - mehr oder weniger rasch. Die Kreuzotter selbst
folgt in der Regel erst nach mehreren Minuten züngelnd der Spur ihres Opfers,
das nach Auffinden mit dem Kopf voran verschlungen wird.
Die unabhängig voneinander beweglichen Ober- und Unterkiefer
(die beiden Unterkieferknochen sind z. B. nur über elastische Bänder
miteinander verbunden) ermöglichen es der Schlange, auch verhältnismäßig große
Beutetiere aufzunehmen, da die Kieferknochen abwechselnd auf- und zuklappen
können.
Die Hauptpaarungszeit der Kreuzottern liegt im April. Die
Zahl der lebendgeborenen Jungen, die bei ihrer Geburt eine Länge um 15 cm
haben, liegt zwischen 6 und 20.